Data Governance

Data Governance beschreibt die in einem Unternehmen oder einer Organisation vorherrschenden Standards und Grundsätze im Hinblick auf den Umgang mit Daten und deren Stakeholder, wie z.B. User, Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und sonstigen Anspruchsgruppen.

Dabei werden gesetzliche Vorschriften (ein Beispiel hierfür ist der in der DSGVO der Europäischen Union geforderte Schutz von personenbezogenen Daten) ebenso berücksichtigt wie die internen Richtlinien (z.B. Integritäts- und Qualitätsansprüche) sowie unternehmensbezogenen Prozesse und Tools zur Datenverarbeitung.

Data Governance beginnt zunächst damit, dass in einem Unternehmen oder einer Organisation Eigentümer und Verantwortliche von Datenbeständen festgelegt werden, Verwendungszweck und Zugriffsberechtigungen formuliert werden. Anschließend erfolgt das Implementieren von notwendigen und auf den Bedarf des jeweiligen Unternehmen abgestimmten Richtlinien. Hierbei ist vor allem entscheidend, wie Daten erhoben, gespeichert, verarbeitet, geteilt und archiviert werden. Wichtiges Hilfsmittel dabei ist, das Zustandekommen der Datengrundlage ausreichend zu dokumentieren und zu protokollieren.

Um die Sicherheit der Daten gewährleisten, insbesondere die Weitergabe an unberechtigte Dritte zu verhindern und einen eventuellen Missbrauch nach Hacker-Angriffen zu vermeiden, ist bei der Data Governance vor allem darauf zu achten, dass nur berechtigte Personen Zugriff auf die relevanten Daten erhalten. Hier wird im Vorfeld genau festgelegt, welches diese autorisierten Personen sind und welche Verarbeitung der Daten ihnen individuell erlaubt werden soll.

Datenschutz, Datensicherheit, Datenverfügbarkeit, Richtigkeit, Vertraulichkeit sowie Rechtskonformität sind Hauptaspekte im Hinblick auf Data Governance. Das bedeutet, Daten sind nicht nur vor dem Datenmissbrauch durch unbefugte Dritte zu sichern, sondern auch in Bezug auf Vollständigkeit, Intimität, Richtigkeit und Datenverlust, etwa durch einen technischen Defekt, Angriff oder eine systembedingte Panne zu schützen.

Durch die sich laufend verändernden Bedingungen und Anforderungen ist Data Governance ein kontinuierlicher Prozess. Rechtliche Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Datenschutz-Grundverordnung der EU und die ePrivacy-Verordnung, aber auch technische Weiterentwicklungen, neue Tools und Anwendungen sowie allgemein die steigende Verfügbarkeit von Daten bedingen eine zentrale Steuerung durch die Unternehmensleitung.

Zur Steuerung und Sicherung der Data Governance bedienen sich Unternehmen und Organisation spezieller Audits, welche die Datenintegrität, inhaltliche Richtigkeit und rechtliche Konformität, aber auch Benutzerfreundlichkeit und letztendlich Kundenzufriedenheit sicherstellen.

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  • Kategorie: Glossar
  • Thema: Business Intelligence & Analytics