Disruption

Die ‚Digitale Disruption‘ beschreibt die Ablösung bestehender Geschäftsmodelle durch digitale Innovationen. Diese zeichnen sich auch dadurch aus, das funktionierende Märkte, Produkte und Dienstleistungen durch neuere, schnellere, günstigere, effektivere und für Konsumenten, Kunden und Nutzer komfortablere Lösungen ersetzt und obsolet gemacht werden.

Die englische Bezeichnung „Disrupt“ lässt sich in diesem Zusammenhang auch mit der Interpretation und Begriffen wie Umbruch, Unterbrechung, (Zer-)Störung, (Neu-)Erfindung und Auf-/Ablösung umschreiben.

Digitale Disruption wird insbesondere durch die Verfügbarkeit und Nutzung und Verknüpfung neuer Technologien wie mobile Endgeräte / Smartphones, Internet-of-Things-Geräte, Sprachassistenten, Bots, Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sowie der Verfügbarkeit von Daten durch Monitoring, Sensorik und Robotik befeuert.

Betroffen sind grundsätzliche alle Unternehmen, Branchen und Märkte, die im Wertschöpfungsprozess Entscheidungen und Alternativen bezüglich Beschaffung, Forschung, Entwicklung, Produktion, Vermarktung, Finanzprozesse, Kundenservice uvm. zu treffen haben.

Prominente Beispiele für Branchen und Unternehmen sind der Handel (Amazon), Tourismus (Airbnb), das Finanzwesen (N26), Medien (Netflix) und als Gegenbeispiel Kodak.

Nicht jede Innovation bedeutet aber gleichzeitig Disruption. Disruptive Prozesse hinterfragen, verdrängen und ersetzen verbreitete und erfolgreiche Geschäftsmodelle auf radikale Weise und revolutionieren ganze Märkte und Branchen. Disruption beschreibt in diesem Zusammenhang auch die Art und Weise, wie Produkte und Dienstleistungen vermarktet, zugänglich gemacht und konsumiert werden.

Von Disruption betroffen sind häufig insbesondere etablierte, große Unternehmen, deren Produkte, Dienstleistungen und Services traditionell, erfolgreich und unangefochten erscheinen und deren Management das Potenzial neuer Technologien nicht oder zu spät in Zusammenhang mit bestehenden Angeboten bringt, neue Anbieter zunächst nicht wahrnimmt oder als ernsthafte Konkurrenz anerkennt.

Das Versäumnis, neue Technologien zu erkennen und einzubeziehen wird häufig auch dadurch erklärt, dass disruptive Innovationen zunächst nur von wenigen Kunden, Nutzern und Konsumenten in Anspruch genommen werden. Das Risiko, als ‚First Mover‘ auf die falsche Technologie oder Trend zu setzen, bremst den Innovationswillen und wird oft auch durch gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen vermieden.

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  • Kategorie: Glossar
  • Thema: Digitalisierung allgemein

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