Long Tail

„Long Tail“ (zu Deutsch „Der lange Schwanz“) bezeichnet im E-Commerce die These, dass die klassische „ABC-Analyse“ (Umsatzstarke vs. umsatzschwache Produktgruppen) und das „Pareto-Prinzip“ (80% des Umsatzes werden durch 20% der Produkte erzielt) bei virtuellen bzw. digital konsumierbaren Gütern nicht gilt bzw. weniger zutrifft.

Da „klassische“ Anbieter (von physischen Produkten) den Großteil ihres Umsatzes mit wenigen Kernprodukten und Bestsellern verdienen, zwingen hohe Lager- und Kapitalkosten dazu die „Ladenhüter“ auszulisten und sich auf wenige, umsatzstarke Produkte zu spezialisieren.  

Dieser Effekt trifft jedoch bei Anbietern von digitalen Produkten und virtuellen Dienstleistungen nicht zu. Durch fehlende Lager- und Kapitalkosten sowie marginalen Grenzkosten führt der niedrige Umsatzanteil eines einzelnen Produktes eher zu einem vielfältigeren Angebot, das auch kleinere Zielgruppen bedient.

Dadurch wird erreicht, dass das Gesamtvolumen bzw. der Gesamtumsatz durch viele, kleine, einzelne Transaktionen in Summe wächst, wobei dabei einzelne Produkte jeweils einen kleineren Anteil am Gesamtumsatz ausmachen.

Der Begriff „Long-Tail“ wurde vom US-Journalisten Chris Anderson in seinem gleichnamigen Buch geprägt.

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  • Kategorie: Glossar
  • Thema: E-Commerce
  • Titel: Long Tail